Ein Klassiker unter den Diskussionen auf Elternabenden

 

Eine der klassischen Diskussionen, wenn es um die Schule geht, ist die um die Zensuren, im Fachjargon „Ziffernoten“ genannt. Die einen Eltern und Lehrkräfte finden sie gut, weil sie ihnen eine Objektivität und damit auch Aussagekraft beimessen, andere Eltern und Lehrkräfte finden sie aus verschiedensten Gründen falsch und sprechen ihnen sowohl Objektivität, als auch Aussagekraft ab.

Gleichzeitig muss jede Berliner Grundschulelternschaft am Beginn von Klasse 3 und 4 jeweils beim Elternabend darüber entscheiden, ob sie die Ziffernoten erst später einführen wollen, oder ab sofort (§58 Abs. 4 Nr. 2 SchulG). Eine Schulgemeinschaft als Ganzes kann an den Berliner Integrierten Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen sogar entscheiden, Ziffernoten bis zur ersten Hälfte der neunten Klasse komplett auszusetzen (§58 Abs. 4 Nr. 6 SchulG). Viele Gemeinschaftsschulen nutzen diese Möglichkeit, da sie ohne Wechsel von Klasse 6 zu 7 auskommen und andere Bewertungsformate geeigneter finden.

Ich möchte mal ein paar klassiche Argumente aus der Debatte aufgreifen und auf diese antworten. 

 

„Ohne Zensuren wissen unser Kind und wir als Eltern gar nicht, wie es in der Schule steht“. 

Das ist falsch, da die Schulen den Kindern und auch Eltern in jedem Fall regelmäßige Rückmeldungen zum Leistungsstand geben müssen. §58 (3) SchulG sagt hierzu: „Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler werden durch Noten, Punkte oder schriftliche Informationen zur Lern- und Leistungsentwicklung beurteilt.“

Ziffernoten sind also nur ein Instrument von mehreren Möglichen.

 

„Kinder müssen sich daran gewöhnen, beurteilt zu werden.“

Zum Einen werden Schülerinnen und Schüler in der Schule ständig beurteilt (und das wissen sie auch und deshalb lernen sie auch, damit umzugehen) und zum Anderen gibt es auch ohne Zif…