Das Berliner Bildungsbündnis brachte Vertreterinnen und Vertreter von CDU, SPD, Grünen und Linken zusammen und wollte herausfinden, wie tief die Gräben in der Berliner Bildungspolitik wirklich sind.

 

Wenn man Bildungssenatorin Günther-Wünsch (CDU) mit Blick auf den gestrigen Abend eines nicht absprechen kann, dann dass sie nicht bereit wäre, dort hinzugehen, wo es für ihre Arbeit nicht nur Blumen gibt.

Das Berliner Bildungsbündnis lud die Spitzenkandidierenden der demokratischen Fraktionen im Abgeordnetenhaus zur Podiumsdebatte in die Aula der Max-Taut-Schule und sie kamen alle, bis auf eine Ausnahme: der Regierende Bürgermeister ließ sich von der Bildungssenatorin vertreten, was nicht nur im Publikum, sondern auch auf dem Podium registriert wurde. SPD-Kandidat Steffen Krach zeigte sich sichtlich genervt und monierte, „Es wäre tatsächlich mal schön, darüber mit dem Spitzenkandidaten der CDU zu sprechen und nicht mit der Fachsenatorin.“ Hintergrund ist der Umstand, dass es derzeit vor Allem die CDU-Senator:innen zu sein scheinen, die auf Spitzenkandidat:innenpodien erscheinen.

 

Gemeinsames Lernen: Ja, aber wie?

Bei der Frage nach dem Ausbau der Gemeinschaftsschulen gab es eine überraschende Einigkeit zwischen CDU, SPD, Linken und Grünen. Werner Graf, Fraktionsvorsitzender der Grünen, gab die Richtung vor: gemeinsames Lernen stärke den gesellschaftlichen Zusammenhalt, reduziere Segregation und nähme Druck aus dem System.

Das Ziel der Grünen für die kommende Legislatur ist eine Verdopplung der Gemeinschaftsschulen in Berlin. Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp forderte mindestens zwei neue Gemeinschaftsschulen pro Bezirk und eine politische Priorität für Gemeinschaftsschulen. Steffen Krach (SPD) stimmte im Grundsatz zu, bestand aber darauf, dass das Abitur an allen Schulformen möglich sein müsse (ISS, Gymnasien, Gemeinschaftsschulen).

Senatorin Günther-Wünsch reagierte nach eigenem Bekunden mit dem Verweis auf Realitäten: zuständig seien die Bezirke, Anträge müssten aus den Schulen selbst kommen. Es entstünden neue Gemeinschaftsschulen, aber ein politisches Diktat von oben werde es mit ihr nicht geben.

Schärfer wurde die Debatte beim Thema Förderzentren. Sollen sie zu Regelschulen umgewandelt werden? Werner Graf plädierte dafür, da die Inklusion dies erfordere. Melanie Kramer, die als Impulsgeberin für das Bündnis auftrat, legt…