Mappe packen zum neuen Jahr

Ich würde zum Jahresbeginn und zum Unterrichtsstart gern mit etwas Hoffnungsfrohem beginnen, aber mir fällt das gerade wirklich schwer. Im Privaten drängt sich wieder so etwas wie Alltag in den nicht mehr akuten Teil einer Trauerphase und die Nachrichtenlage „da draußen“ ist erdrückend.
Ich hatte mir gewünscht, dass das neue Jahr mit etwas Hoffnung Spendendem startet und nicht mit einem weiteren Krieg und mit Drohungen in Richtung Europa.
Es fühlt sich für mich an, als hätte man mehrere Lunten eines viel zu großen Sprengsatzes gleichzeitig angezündet und nun weiß man, dass der Knall kommt, aber noch nicht, wann, während im Hintergrund schon andere Böller explodieren. Und man hofft auf einen Wassereimer, oder jemanden mit einer Schere, der die Zündschnüre rechtzeitig durchtrennt, beides ist aber gerade nicht in Sicht.
Aber: das neue Jahr ist nun da und es bleibt vorerst, das zu tun, worin man spätestens seit dem Corona-Frühjahr 2020 gut geworden ist: Alltag simulieren, als wäre alles normal und dieses Grummeln am Himmel wäre nur ein sich ankündigendes kurzes und heftiges Sommergewitter und keine Krise, die einer anderen Krise folgt und die immer noch ein bisschen größer sein wird, als die Vorangegangene.
Was mir vielleicht doch ein bisschen Hoffnung gibt: all diese Krisen sind menschengemacht. Also können sie auch von Menschen gelöst werden. Hoffnung geben mir viele Menschen, die sich täglich dafür engagieren, dass diese Gesellschaft friedlich vorankommt. Eine meiner „Personen des Jahres 2025“ ist übrigens Prof. Maja Göpel, die mit Expertise und realistischer Zuversicht Impulse für eine bessere Zukunft setzt.
Ich habe ein paar Vorsätze gefasst. Die privaten Vorsätze bleiben privat, aber „für hier“:
- wieder mehr schreiben und podcasten (das ist in den vergangenen 2 Monaten viel zu kurz gekommen, aber ich habe in den vergangenen Tagen auch schon wieder „losgelegt“),
- den Wahlkampf zum Berliner Abgeordnetenhaus 2026 intensiv begleiten und rausfinden und einordnen, was die Parteien für und mit Familien, Kindern, Jugendlichen und den Berliner Bildungseinrichtungen vorhaben,
- Das Thema „Demokratiebildung“ noch mehr nach vorne stellen. Hier gibt es einen wirklichen Bedarf.
- Mich weiter in meinen Ehrenämtern einbringen.
- Im Hinterkopf behalten, dass immer um Menschen geht und Menschen zusammenbringen. Ich glaube, dieser ist der wichtigste Punkt.
Und mich auch weiterhin regelmäßig an einen klugen, aber oft auch herausfordernden Ratschlag erinnern, den mir ein Bekannter vor etlichen Jahren gegeben hat:
„Egal, was passiert: bleib erschütterbar.“
Morgen geht die Schule wieder los.
Kommen Sie gut in die Woche und das neue Jahr und bleiben Sie gesund.
Ihr
Marco Fechner
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Ein Rückblick auf die Zeit seit Mitte Detember auf diesem Blog:
„Warum reden Betriebe und potentielle Azubis aneinander vorbei, Dieter Dohmen?“
Ein Podcastinterview mit Dr. Dieter Dohmen vom Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FIBS)
„Fehlender Arbeitsschutz als Wettbewerbsvorteil. Eine Bildungssenatorin auf Abwegen.“
Ein Bericht über die jüngste Anhörung des Bildungsausschusses im Abgeordnetenhaus zur Erfassung der Lehrkräftearbeitszeit.
„Der Berliner Senat und die Wehrpflicht. Die Berliner Jugendlichen haben Besseres verdient.“
Ein Kommentar über eine unempathische und einordnungsbefreite Antwort von Jugendstaatssekretär Liecke (CDU) im Abgeordnetenhaus zu Sorgen von Jugendlichen.
“Ein einfacher Grund, weshalb das Schulwesen reformunfähig ist”
Das Bildungswesen rekrutiert seine Entscheider:innen strukturell aus dem Kreis derer, die früher mal Gewinner des Bildungswesens waren. Ein Abriss.
Die AfD in Sachsen-Anhalt hat angekündigt, im Fall eines Wahlsiegs die Schulpflicht abzuschaffen. Ich habe zusammengetragen, was die Motive sind, ob und wie das durchgesetzt werden könnte und an welchen Stellen Schwächen des Systems für solche Vorschläge ausgenutzt werden können.
“Berliner Schulleitungsverband fordert Arbeitszeiterfassung für Schulleitungen”
Der „Interessenverband Berliner Schulleitungen“ fordert die Einführung einer Arbeitszeiterfassung für Schulleitungen und bezieht sich hierbei auf eine Arbeitszeitstudie der Uni Göttingen. Ich berichtete.
Beitragsbild: Marco Fechner / OpenAi