Schule in Zeiten von Corona

Am vergangenen Freitag kam gegen 9:15 Uhr die Nachrichtenmeldung, dass die Berliner Schulen „ab Montag sukzessive wegen der Corona-Pandemie geschlossen würden“ und keine fünf Minuten später stand mein Telefon nicht mehr still…

ElternvertreterInnen, die von mir als Gesamtelternvertreter unserer Schule wissen wollten, ob ich schon mehr wisse, speziell, wann unsere Schule dran wäre, Telefonate mit der Schulleitung, um den gegenseitigen Kenntnisstand abzugleichen (spannend, dass der Berliner Senat mal eben via Presse verkündet, dass Schulen geschlossen werden, ohne die Schulen vorab zu informieren…), hektische Mails mit GesamtelternvertreterkollegInnen anderer Schulen und KollegInnen aus dem Landeselternausschuss und ständiges Abgleichen der Nachrichtenlage und der Informationslage der zuständigen Senatsverwaltung. Knapp drei Stunden später entschied die Senatsverwaltung auch die konkreten Termine und so wurde bekannt, dass die Grundschulen ab kommenden Dienstag (also gestern) geschlossen werden und dann ging die eigentliche Arbeit los:

Sukkzessives besprechen mit der Schulleitung und Informieren der Eltern je nach offiziellem Sachstand, Absprachen mit der Schulleitung, was das für weitere Schul- und Gremientermine bedeutet, klären, wie Eltern den Lernbetrieb zu hause sicherstellen können, wie Kinder und Eltern an die notwendigen Lerninhalte kommen, wie die Notbetreuung organisiert wird etc.

Ziemlich hektische Tage für Eltern und Lehrkräfte gleichermaßen.

Ein paar Tage, dutzende eMails, noch mehr Telefonate und ein paar wenige persönliche Gespräche aka „soziale Kontakte“ später, ist jetzt also der Großteil der aktuellen organisatorischen Fragen geklärt und es geht auf in die kommenden Wochen.

Meine Frau und ich haben die Betreuung unserer Kinder zum Glück relativ schnell organisieren können und jetzt harren wir wie viele Andere der Wochen und Maßnahmen, die kommen mögen und organisiert werden wollen.

In der Schulelternschaft habe ich einen Austausch zu den Fragen angeregt, wie Kinder am besten zu hause lernen können, ob es Empfehlungen für Lernportale gibt und so weiter. Ein paar erste Rückmeldungen und Erfahrungswerte gibt es schon und ich will die auch gern hier veröffentlichen.

Lasst uns gut durch die kommenden Wochen kommen!

Lernportale:

Verena Pausder, die sich beruflich mit der Digitalisierung des Bildungswesens beschäftigt, betreibt einen Blog und sie hat eine umfangreiche Linksammlung mit Bildungsportalen für Kinder aller Alters- und Klassenstufen zusammengestellt. Empfehlenswert.

https://verenapausder.de/2020/03/14/homeschooling-in-zeiten-von-corona/

Apps:

Ebenfalls empfehlenswert: Die App „Anton“. Unterrichtsinhalte für alle Alters- und Klassenstufen bis Klasse 10 für Deutsch und Mathematik werden spielerisch aufbereitet. Wir nutzen diese selbst mit unserer Tochter. Ihr könnt diese in eurem App-Store gratis herunterladen.

Homeoffice & Kinder:

Der „Kinderkanal (KiKa)“ gibt Tipps, wie die Arbeit im Homeoffice und Kinder unter einen Hut gebracht werden können:

https://www.kika.de/erwachsene/aktuelles/homeoffice-mit-kindern-100.html

Wir Eltern als Aushilfslehrkräfte. Was tun?

Der „Tagesspiegel“ hat sich die Frage gestellt, welche Möglichkeiten Eltern haben, um ihre Kinder zu Hause zu unterrichten und dabei auch den Grundschulverband und Wissenschaftler gefragt.

Ein Fazit: „Eltern sollten zu Hause „nicht den Schulunterricht ersetzen und simulieren“, rät der Grundschulverband.“

Was Eltern stattdessen tun können? Hier mehr:

https://www.tagesspiegel.de/berlin/schule/lernen-zu-hause-vorlesen-youtube-und-experimente/25649940.html

Fernsehen:

Viele Sender stellen ihre Programme um, ganz besonders habe ich mich aber über die Entscheidung des WDR gefreut, die „Sendung mit der Maus“ ab sofort täglich zu senden.

Mehr Infos: https://www.tagesschau.de/inland/corona-kinderprogramm-101.html

Kindern „Corona“ erklären.

Kinder haben Fragen, die mitunter schwer zu beantworten sind, oder bei denen man nicht weiss, wie man sie kindgerecht beantwortet. Die Stadt Wien hat ein Video veröffentlich, in dem Kindern „Corona“ und die notwendigen Maßnahmen gut erklärt werden:

Über MarcoFechner 42 Artikel
Jahrgang 1984, Vater von zwei Kindern, Ehemann, Berlin-Pankower, gelernter Verwaltungsfachangestellter, Mützenträger und glücklicher Inhaber eines Berliner Dialekts. Verbringt viel Zeit in den Elternvertretungen seiner Schule, der des Bezirks Pankow und der Berliner Landeselternvertretung.