Morgengedanken.

Ich habe nicht mehr mitgezählt, wie viele Hochzeiten der vergangenen Jahre auch für mich erst in den frühen Morgenstunden endeten. Was Hochzeitsreportagen betrifft, bin ich Langstreckenläufer.

„Marco, kannst Du noch ’ne Stunde dranhängen?“

„Gern. Ich hab heute ohnehin keine Termine mehr.“

„Es ist ein Uhr Nachts!“

„Eben.“

Und eins ist ziemlich sicher: wenn es erstmal um zwei ist, wird es dann nach „jetzt brauch ich ’nen Kaffee“ und „Ach komm‘, jetzt trink noch was mit uns!“ meist auch 3 Uhr und irgendwann sitzt man nach einem 16-Stunden-Tag der Krawatte oder Fliege und des Sakkos entledigt mit dem Brautpaar und ein paar guten Freunden des Selbigen am See vorm Haus, ist dankbar, das miterleben zu dürfen, lässt den Tag Revue passieren und erfreut sich des Sonnenaufgangs, der im Gegensatz zu seinem abendlichen Pendent nicht im roten Ballkleid ins Gespräch platzt, sondern die Stimmung lässt, wo sie ist und von innen wärmt, während man gemeinsam erschöpft, aber glücklich und auch etwas wehmütig der Nacht entschwärmt. Und die Kamera ein letztes Mal rausholt.

Post Author: MarcoFechner