Die Liebeserklärung eines Musikliebhabers.

Das mühsam verdiente Geld zusammenkratzen, in den Laden gehen und stolz mit einer Scheibe voll Musik wieder rausgehen, mit der man sich dann zu hause erstmal ein paar Stunden einschließt und den neuen Schatz so oft anhört bis man nach dem jeweiligen Schlussakkord eines Songs in Gedanken auch gleich den mittlerweile vertrauten Anfangsakkord des nächsten Songs anstimmt.

Egal, ob auf Platte, Kassette oder CD: diese Schätze zum Anfassen waren etwas sehr Besonderes: man konnte sich noch an die Entbehrungen erinnern, damit man sich das gute Stück leisten konnte (YouTube ist ein Schatz und ein Zerstörer in einem), es gab diesen Stolz, wenn man es endlich in der Hand hatte und dieses konspirative Gefühl des „Dazugehörens“ zur Gemeinschaft der Besitzer dieses Stücks Geschichte und das Wisen, auf der nächsten Party mitreden zu können.

Ich mag die neuen Streamingdienste nicht. Sie nehmen Musik ihren Zusammenhang des Albums und ihrer Zeit. Nach „Lithium“ kommt „Polly“ und nicht irgendwas anderes aus der „Rock“-Playlist. Ein Album nimmt man nicht auseinander. Das Schlimmste sind die sogenannten „Best-of-Sampler“ und ein gutes Album hat ein großartiges Artwork. Wie gern wäre ich in der Schallplatten-Ära Musikfotograf gewesen.

Ein Album ist wie eine Geschichte. Manchmal eine Gute, manchmal eine miserable, manchmal fragt man sich, was der Autor einem damit sagen wollte und wo verdammt nochmal der Bass auf „And justice…“ hin ist und man versucht, es zu verstehen und taucht ein. Ein gutes Album zieht einen in sich hinein und wirft einen auch abrupt wieder raus. Da gibt’s keine „Nächste Playlist“ Nach „Call of ktulu“ kommt nichts mehr. Nur noch die Stille. Und das Warten auf das nächste Album.

Was das mit Fotografie zu tun hat? Sehr viel. Instagram killt einen mit seiner Bilderflut. Insofern ist dieses Blog vielleicht sowas wie ein Gegenstück zu dieser Bilderflut. Ein bis fünf Bilder und vielleicht eine kleine Geschichte dazu. Ich mag es, meine Bilder mal wieder „zu würdigen“ und sie nicht einfach „in Serie“ rauszuhauen.