2020


Das Jahr 2019 verabschiedet sich mit einer völlig maßlosen Debatte über ein umgedichtetes Kinderlied und es gibt derzeit keine Anzeichen, dass allein ein Kalenderblattwechsel dazu führen wird, dass der Januar besser beginnt, als der Dezember endet, da bin ich wenig abergläubig. Vielleicht kommt sogar noch eine weitere Debatte in den letzten Stunden des Monats Dezember dazu, wer weiss. Der derzeitigen Stimmung traue ich Vieles zu.

In dem Moment, in dem ich diese Zeilen in meinen Blog tippe, ist es Sonntagabend, 22:32 Uhr und eigentlich wollte ich einen Jahresrückblick probieren. Ich lasse es. Ich habe keine Lust, den nicht-privaten Teil des Jahres nochmal aufzuwärmen, aber eine Motivation für das Jahr 2020:

meinen Teil dazu beitragen, dass es besser werden kann. Im Grunde treiben mich derzeit mehrere Fragen um:

  • Wie bekommen wir es hin, dass jeder in diesem Land ein menschenwürdiges Einkommen, eine Wohnung und die Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe hat?
  • Wie bekommen wir es hin, dass jedes Kind unabhängig von seiner sozialen oder kulturellen Herkunft den gleichen Zugang zu Bildung hat?
  • Wie können wir unser Rassismus- und Diskriminierungsproblem lösen?
  • Wie lösen wir die Probleme, die der Klimawandel mit sich bringt?
  • Wie schaffen wir Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen?

Ich werde nicht mehr darüber debattieren, ob wir tatsächlich eine soziale Spaltung, einen Klimawandel, ein Rassismus- und Diskriminierungsproblem, oder fehlende Gleichberechtigung haben, denn all das ist offensichtlich. Ich will, dass diese Probleme gelöst werden.

Unser Parteiensystem ist mit diesen Fragen offensichtlich mehr oder weniger überfordert. Für die einen gibt es keinen Klimawandel, für andere keine soziale Spaltung, für andere kein Rassismusproblem, andere glauben, dass man sich entscheiden muss, ob man den Arbeitsplatz des Kohlekumpels, oder das Klima retten will und wieder andere verwenden mehr Energie darin, zu sondieren, ab welchem Stadium ein Hakenkreuztattoo und eine Mitgliedschaft in einer paramilitärischen Vereinigung verfassungsfeindlich gemeint sein könnten, als dafür zu sorgen, dass Hakenkreuze und paramilitärische Vereinigungen geächtet werden.

Es ist für Diejenigen, die mich länger kennen, keine Überraschung, wenn ich schreibe, dass ich der grünen Programmatik am nächsten stehe, allerdings sehe ich auch dort diverse „blinde Flecken“ (insbesondere in der Sozial- und in der Bildungspolitik).

Ich glaube, es braucht neue Allianzen, die sich aber nur partei- und gremienübergreifend finden. 2019 war zu ernst, um Lösungen nicht anzugehen, nur, weil sie neue Koalitionen brauchen.

Meine Vorsätze fürs kommende Jahr:

  • Mich im Rahmen meiner Ehrenämter und Möglichkeiten für bessere Schulen in Berlin einsetzen.
  • Mit allen reden, die eines oder mehrere der obigen Themen auf ihrer Agenda haben, die mir dafür zur Verfügung stehen und die ich in meinen Kalender reinbekomme.
  • Die Themen auf den mir zur Verfügung stehenden Wegen auf die politischen Ebenen tragen.
  • Noch mehr schauen, wie ich Umwelt- und Klimaschutz in meinen persönlichen Alltag integriert bekomme.
  • Über all das schreiben und reden. „Demokratie“ erfordert nicht nur, dass man etwas macht, im direkten Umfeld Konkretes angeht und ggf. auch „vorangeht“, sondern auch, dass man darüber redet, auch, wenn es mir selbst oft genug wie ein Hausiererdasein vorkommt, was ich so treibe…
  • Keine Provokationen zulassen, denn Aufgeregte gibts bereits genug.

2020 wird ein ernsthaftes und anstrengendes Jahr, dessen bin ich mir sicher. Ein Grund mehr, nicht daran zu glauben, dass man nichts ausrichten kann. Nicht nur im Bildungssystem sehe ich es beinahe täglich: jede helfende Hand und jeder sich verantwortlich fühlende und zeigende Kopf werden gebraucht. Auch und gerade die Ehrenamtlichen. Auf geht’s.

Kommt gut rüber!

Marco

Über MarcoFechner 48 Artikel
Jahrgang 1984, Vater von zwei Kindern, Ehemann, Berlin-Pankower, gelernter Verwaltungsfachangestellter, Mützenträger und glücklicher Inhaber eines Berliner Dialekts. Verbringt viel Zeit in den Elternvertretungen seiner Schule, der des Bezirks Pankow und der Berliner Landeselternvertretung.

2 Kommentare

  1. Lieber Marco Fechner, ich verfolge Deine Beiträge seit einiger Zeit mit großer Freude, da ich die Dinge in weitesten Bereichen sehr ähnlich sehe. Trotz unterschiedlicher Länderpolitik in Sachen Bildung und Erziehung sind die meisten Probleme doch ähnlich und brisant. Insbesondere für Kinder, die am sozialen Rand unserer Gesellschaft stehen. Insofern ist der Vorsatz zu ehrenamtlichenEngagement in schulpolitischen Gremien und persönlicher Einsatz eine gute Haltung, die Eltern, Lehrer, Schulleitung und Politik einen sollten.

    • Vielen Dank, liebe Tanja.

      Ja, das sehe ich sehr ähnlich und ich denke, wir kommen hier nur gemeinsam und gruppenübergreifend (Lehrkräfte, SuS, Eltern) weiter.
      Die Schwierigkeit ist mitunter die Frage, wo man eigentlich anfangen soll, da die Zahl und Intensität der Baustellen schlicht atemberaubend ist…

      Viele Grüße, Marco

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